August 16, 2019 2 min. Lesezeit

Grundsätze der Europäischen Wasser-Charta des Europarates vom 6. Mai 1968

1. Ohne Wasser gibt es kein Leben, Wasser ist ein kostbares, für den Menschen unentbehrliches Gut. 
 
2. Die Vorräte an gutem Wasser sind nicht unerschöpflich. Deshalb wird es immer dringender, sie zu erhalten, sparsam damit umzugehen und, wo immer möglich, zu vermehren. 
 
3. Wasser verschmutzen heißt, den Menschen und alle anderen Lebewesen Schaden zufügen.
 
4. Die Qualität des Wassers muss den Anforderungen der Volksgesundheit entsprechen und die vorgesehene Nutzung gewährleisten. 
 
5. Verwendetes Wasser ist den Gewässern in einem Zustand wieder zurückzuführen, der ihre weitere Nutzung für den öffentlichen wie für den privaten Gebrauch nicht beeinträchtigt.
 
6. Für die Erhaltung der Wasservorkommen spielt die Pflanzendecke, insbesondere der Wald, eine wesentliche Rolle. 
 
7. Die Wasservorkommen müssen in ihrem Bestand erfasst werden. 
 
8. Die notwendige Ordnung der Wasserwirtschaft bedarf der Lenkung durch zuständige Stellen.
 
9. Der Schutz des Wassers erfordert verstärkte wissenschaftliche Forschung, Ausbildung von Fachleuten und Aufklärung der Öffentlichkeit.
 
10. Jeder Mensch hat die Pflicht, zum Wohl der Allgemeinheit Wasser sparsam und mit Sorgfalt zu verwenden. 
 
11. Wasserwirtschaftliche Planung sollte sich weniger nach den verwaltungstechnischen und  politischen Grenzen, als nach den natürlichen Wassereinzugsgebieten ausrichten. 
 
12. Das Wasser kennt keine Staatsgrenzen, es verlangt eine internationale Zusammenarbeit. 
 

Gute Vorsätze, doch welche Nation in Europa setzt diese Charta heute um? Wasser hat einen schweren Stand in einer Politik, die sehr oft wirtschaftlichem Druck nachgibt und die „Nachhaltigkeit“ oft nur als Floskel verwendet.

Bei der jährlichen Umweltaktion für KMU der Züricher Kantonalbank antworteten noch vor einigen Jahren alle drei Preisgewinner eines sogenannten Nachhaltigkeitspreises bei einem persönlichen Gespräch im Anschluss der Preisverleihung auf meine Frage, welches Wasser sie denn ihren Mitarbeiter anbieten würden, mit den Namen diverser Flaschenwasser Firmen. Wir sprechen von Schweizer Unternehmen, die nachweislich eines der besten Leitungswasser der Welt zur Verfügung haben.

„Wasser spielt in unserem heutigen Tagesablauf oft nur noch die Rolle eines Dieners. Doch wann und wo dienen wir dem Wasser?“

Wie geht es Dir wenn Du diese 12 Punkte der Europäischen Wasser-Charta durchgelesen hast? Macht das Sinn? Hast Du das Gefühl so gehen wir mit Wasser auch tatsächlich um? Die Charta ist gerade 50 Jahre alt geworden. Was glaubst Du hat damals Menschen bewegt einen solchen Massnahmenplan aufzustellen? Glaubst Du die Ausgangslage ist heute besser oder schlechter? Wie gut findest Du wird heute das Wasser politisch geschützt? Was hilft eine solche Charta wenn nicht jeder Einzelne sich auch so verhält? Es liegt in unserer Macht daran etwas zu ändern.

Wir alle tragen die Verantwortung für was passiert oder eben nicht passiert. Wir alle tragen zu einem aktiven Wasserschutz bei. Welchen Beitrag kannst Du leisten? Schau doch einfach einmal 24 Stunden alle Deine Handlungen und Deinen Konsum unter dem Aspekt der Auswirkungen auf das Wasser an. Was würde passieren wenn wir alle auf der Welt so leben würden? Würde die Welt noch funktionieren? Hätten alle Menschen ausreichend reines, gesundes Wasser zur Verfügung? Wenn nicht, was könntest Du verändern? Wo könntest Du Deinen Fähigkeiten zu einer Verbesserung zum Wohle des Wassers einsetzen? 


Newsletter